Unsere Vereinsfahne

Unsere Vereinsfahne

Im Protokollbuch des Vereins findet man nur einen Eintrag von der Hauptversammlung vom 5. März 1922: Besprechung über Fahnenweihe, gewählt wurden als 1. Fahnenjunker Fröhlich Johann und 2. Fahnenjunker Kreidl Anton und zur Fahnenweihe wurden beantragt:
Fahnenbraut Rasch Maria, Fahnenmutter Frau Gloggner Zahlerbäurin, Fahnenjungfrauen: Agathe Fichtner, Maria Schober, Elise Gloggner (Zahler), Schäffler Johanna, Jennerwein Leni (Binder), Jennerwein Liesl (Binder), Hagn Hedwig (Thoma), Glas Anna, Winkler Monika, Schneider Leni (Schwester vom Obermayr, Spitzer);
Kranzljungfrauen: Strillinger Marie, Gerg Kreszenz, Öttl Kathi (Handl), Bartl Marie (Feicht), Schäffler Betti, Rixner Kathl, Thoma Gertraud (Tochter vom Forstmeister Thoma)

Man findet nichts auf die Fragen: wann kam der Gedanke für eine eigene Fahne, wer und wo wurde die Fahne gestickt, wo kam das Geld her, konnte sich der Verein schon so kurz nach seiner Gründung und in den schweren Zeiten der zwanziger Jahre (Inflation) eine Fahne leisten oder hatten sie einen so großzügigen Spender? 1922 trat Winkler Monika dem Verein bei, der Eintrag dazu: Aufnahme 4 Mark, fürs Zeichen 6 Mark, Beitrag 5 Mark und 15 Mark Spende für die Fahne. Das ist der einzige Betrag der ausschließlich für die Fahne bestimmt ist, im Kassenbuch steht unter 1922: Überschuß von der Fahnenweihe 11.933,50 Mark.

Doch was die Fahne, was dieses große Fest zur Fahnenweihe gekostet hat, läßt sich aus den vorhandenen Unterlagen nicht ersehen.
Es gibt noch eine Rechnung vom 04.04.1928 von der Firma M. Auer München; das war eine Fahnenstickerei, somit ist anzunehmen dass unsere Fahne in dieser Firma genäht und bestickt wurde. Bereits 1926 wurden 30,90 Mark für Schärpen an diese Firma bezahlt.

Am 22. Juni 1958 wurde die Fahne nach ihrer Restaurierung wieder geweiht. Diese Restaurierung wurde ebenfalls von der Fa. Auer in München vorgenommen. Lt. Rechnung kamen die Kosten für die Reparatur auf 1330,- DM, dazu kamen 25,- DM für die Fahnenspitze reparieren und 15,- DM für das Polieren der Fahnenstange.

Nach der Wiedergründung 1946 brachte der Walch Martin die Fahne untern Arm geklemmt zu seinem Nachbarn, dem Winkler Sepp. Jahrelang lag sie lieblos beim Walch im Speicher; man kann schon froh sein, dass die Fahne eines damals "überflüssigen" Vereins nicht weggeschmissen wurde.

Dem neugegründeten Verein fehlte das Geld und zur damaligen Zeit auch die Möglichkeit die Fahne wieder restarieren zu lassen.
Es war nur durch gutes Wirtschaften, sowie einer großzügigen Stiftung über 3000,- DM (dreitausend) im Jahr 1953 vom Herrn Dr. Flick möglich, dass die Leonhardstoana 1958 die Fahne nach München zur Fa. Auer zur Reparatur bringen konnten. Noch dazu wo sie erst 1953 die "Neue Hütte" gebaut und 1954 den vereinseigenen Truhenwagen für die Leonhardifahrt machen ließen.

Denn wenn man bedenkt dass damals das durchschnittliche Monatseinkommen 194,- DM betrug, bei der Jahreshauptversammlung 1950 wurde wegen der allgemeinen Geldknappheit der Jahresbeitrag herab gesetzt: für Manaleut 1,50 DM und Weiberleut 0,50 DM, bei einer Aufnahmegebühr von 3,- DM, so auch noch 1958. Dann kann man sich ausrechnen was es für einen, damals noch kleinen Verein heißt, für die Reparatur einer Fahne 1370,- DM (eintausenddreihundertsiebzig) auf den Tisch zu legen. Man darf auch die damaligen Waldfeste nicht mit den heutigen vergleichen. Dazu kommt noch, dass das Bier nicht über den Verein ging sondern übern Walch und der pro Hektoliter nur einen unwesentlichen Betrag an den Verein abgeführt hat,(ausgeschenkt haben aber Mitglieder der Leonhardstoana), Walch hatte auch die Brotzeitbude in eigener Regie.

Die Einnahmen des Vereins waren der Eintritt, die Los- und Schießbude. Die Ausgaben für die Musik hatte der Verein zu tragen. Erst als der Göttfried Klaus 1963 Vorstand wurde, übernahm der Verein das Bier. Göttfried arbeitete damals bei der Brauerei. 1963 war der Umsatz beim Waldfest 20.000 DM und 10.000 DM blieben übrig; dem Bier sei gedankt.

Nun der Bericht aus dem Protokollbuch von 1922

Das Fest unserer Fahnenweihe

Fahnenweihe 1922

Am 30. Juli 1922 feierte Dorf Kreuth ein Fest wie es in seiner Art und Größe bisher noch keines erlebt hat.
Monate gehen die Vorarbeiten zurück, aber je näher das Fest kam, desto lebendiger wurde es im Ort. Die letzte Woche ging es zu wie in einem Ameisenhaufen, jung und alt war auf den Beinen, Daxen, Latschen und Almrausch herbeizuholen, die Burschen und Dirndl verwandelten dieselben in Hunderte von Metern Kränze zur Schmückung des Feldaltars, der Tanzbühne und Häuser.
Trotz des Regens der ganzen Woche ließen sich die Burschen des Tales nicht abschrecken, ihre Häuser in den prächtigsten Festtagsschmuck zu stellen wie es sonst noch nirgends der Fall ist.
Der Samstag kam und Petrus war den Kreuthern gnädig. Allmählich verzog sich der Nebel, bayrisch blauer Himmel bedeckte das Tal und in doppelter Frische überschauten die Berge das Tal. Als das Abendrot der Dämmerung weichen mußte, als die Böller krachten und mächtige Feuerzeichen von den bayrischen und Tiroler Bergen hernieder leuchteten, war beste Feststimmung unter jedem Dach eingezogen.
Unterdessen kamen entfernt liegende Vereine an und kameradschaftliche Unterhaltung mit Musik aber ohne Tanz wie es sich bei einer Fahnenweihe gehört schloß die Vorfeier.

Sonntagmorgen:
Tagerwecken durch Böllerschießen, dessen Widerhall sich in den Bergwänden brach, erschreckt hob das äsende Wild die Köpfe, die Spitzen der Berge glänzten in den ersten Strahlen der Sonne, da wurde es lebendig im Dorf. Die letzten Vorbereitungen waren beendet und die ersten Festgäste kommen nun zu Fuß, mit Rad, mit Wagen und im Auto.
Allen voran unser schneidiger Patenverein "d´Hirschbergler Reitrain" in stattlicher Zahl mit Vorreiter und strammer Musik.
Verein um Verein folgten über 40 an der Zahl vom Festverein empfangen und mit Musik in den Ort begleitet. Um 10 Uhr war Aufstellung und Marsch zur Feldmesse wo Hochwürden Herrn Benefiziat Behringer die Weihe vornahm, die hl. Messe las und die Trachtler ermahnte, nicht nur in Tracht, Tanz und Sitte beim Alten zu bleiben, sondern auch im Glauben es den Vätern gleichzutun.

Der herrliche Festgottesdienst (im Kurpark), Männer, Burschen, Frauen und Mädchen in heimatlicher Tracht, auf heimatlichen Boden, in andächtiger Stimmung, in aller Stille um die Fahne geschart, umrahmt von den Felsen und Wäldern des Tales, die feierlichen Weisen der Musik, begleitet vom leisen Rauschen der Weißach, dies alles trug heilige Feststimmung in alle Herzen.

Nach dem Gottesdienst übergab die Fahnenbraut Marie Rasch die Fahne mit sinnigen Worten an den Verein dieselbe mit einem herrlichen Band schmückend.
Darauf zierten die Fahne die Fahnenmutter Rosa Gloggner und der Patenverein mit prächtigen Bändern sowie auch noch die Jungfrauen und die Vorstandschaft.
Unserseits wurde auch dem Patenverein ein Band als Zeichen des Dankes überreicht.
Treffliche Ansprachen von Seiten der Vorstände des Fest- und Patenvereins Hans Seestaller und Josef Bachmaier, sowie kernige Worte des Gauvorstandes Stumpf beendeten den Akt der Weihe.

Um 1 Uhr bewegte sich der schier endlose Zug über Enterfels am Fuße des Leonhardstoa zum Vereinslokal und Festplatz, dortselbst Beginn der Ehrentänze auf der erhöhten und gedeckten Tanzfläche unter dem Schatten der Fichten.

Nach 4 Uhr war die Verteilung der Preise und Erinnerungsbänder.
Es erhielten d´Hirschbergler einen zinnernen Pokal als Patengeschenk.
Im Gau Meisterpreise 1. Neureuther Gmund, 2. Hirschbergler Reitrain, 3. Höhastoana Wall.
Weitpreise Alpenrose Maxkron, 2. Eichenlaub Elbach. Ehrenpreise für Musik Hirschbergler Reitrain und Neureuther Gmund.
Außer Gau: Meistpreise 1. Miesbach Stamm, 2. Hirschbachtaler Lenggries.
Weitpreis Edelweiß Günzburg (der Ehemann von der Kramer Anna, Binder, war der Vorstand von diesem Verein),
Ehrenpreise erhielten ferner: Geb. Schützen Komp. Tegernsee, Edelweiß Dietramszell, Broatnstoana Fischbachau, Jagakam Hammer, Tr. Verein Schliersee, Plankastoana Schaftlach, Gleißentaler Oberhaching, Almrausch Stoarösl Vöhring, Silbastoana Bairawies, Taubenbergler Osterwarngau, Simmetsbergler Wallgau, Wildschützen Wien.

Uns aber ist die größte Freude und Erinnerung die Fahnenweihe, daß dieselbe in mustergültiger Ruhe und Ordnung verlaufen ist und jeder Teilnehmer uns versicherte, noch nie ein so schönes und echtes Fest miterlebt zu haben. Nach der Fahnenweihe begaben wir uns zum Gasthof Lehmann und hielten noch einen Festball ab, wo auch unser Patenverein d´Hirschbergler teilnahmen.

Fahnenbraut

Folgende Vereine besuchten uns mit Personenzahl:
Veteranen Verein Kreuth,
Arbeiter-Kranken-Unterstützungsverein Kreuth,
Hirschbergler Reitrain 108 und 18 Mann Musik;
Taubenberger Osterwarngau, 17;
Edelweiß Dietramszell, 33;
Römastoana Sauerlach, 7;
Schliersee, 23;
Abergler Föching, 10;
Plankenstoana Schaftlach, 21;
Wallberger, 23;
Miesbach Stamm, 23;
Oberlandler Reichersbeuern, 18;
Jagerkamm Hammer, 27;
Höhastoana Wall, 46;
Lenggries, 17;
Schloßbergler Valley, 15;
Schmied von Kochel Waakirchen, 20;
Broatnstoana Fischbachau, 27;
Rosenbergler Parsdorf, 13;
Oberländler Neukirchen, 1; 15 Festzeichen;
Hochbergler Oberwarngau, 14;
Tegernseer Schützen, 29;
Geigastoana Sachsenkam, 12;
Silberstoana Bairawies, 4;
Bodenschneidler Hauserdörfl, 12;
  Edelweiß Günzburg, 9;
Simmetsberger Wallgau, 7;
Glaisentaler Oberhaching, 17;
Amberger Pollong, 10;
Wildschützen Wien, 4;
Almrausch Bender, 9;
Hirschbachtaler Lenggries, 28;
Almrausch Neuwied, 10.

Fahnenweihe

Preise wurden gestiftet:
Ein zinnerner Pokal von Herrn Sanitätsrat May,
ein Auerhahn von Lorenz Erlacher,
ein Hirschgeweih von Herrn Forstmeister Thoma,
ein Hirschgeweih von Martin Walch,
1 Hirschgeweih vom Sanktjohanser Lorenz,
1 Steinbockhorn von Herrn Schmieseck,
1 Bussart von Herrn Göttfried,
1 Krug und 1 Tafel von Michel Hollaus,
1 Krug von Lorenz Hagn,
1 zinnerner Kelch von Thomas Reiser,
2 Gläser vom Seestaller Johann,
1 Hirschgeweihrahmen von L. Sanktjohanser,
1 Büchse Schinken 9 Pfund von Herrn Lehmann,
verschiedene Preise wurden vom Verein noch gekauft.

 

Festrede von der Fahnenbraut Maria Rasch
Der Leonhardstoa der schaut ganz groß, was ist denn heit in Kreuth drunt los,
das Festtagsgläut und Bölla krachen wia net gscheit.
I moa i laßn net z´lang ron, z´letzt kam i vom Denka z´schadn.
Es Reh, es Gamserl und es Hirsch, heit geht koa Jaga net auf Pirsch;
koa Wildschütz legt heit auf enk o,
wei´ oisam wo die Tracht tragn ko heit in Kreuth da is auf unserm Fest.
Heit is gweiht worn d´Fahn, die si d´Leonhardstoana zuaglegt ham.
Drum sicht ma da von Nah und Weit in Hoamattracht Manna und Weiberleut.
Verein mit Fahna trifft da o so vui daß is net nenna ko,
vorn greif i außa weil sis ghört, daß da jung Göd sein Patn ehrt.
D´Nachbarn vo Reitroa, da brauchst net z´fragn,
Hirschbergler i derf enk mei Vergeltsgott sagn und d´Musi bittert i halt recht,
als oana net an Tusch spuin möcht (Tusch) und i vasprich enks bei da Hand,
da Göd der macht enk gwieß koa Schand.
Jetzt ma is kurz, vastehts mi scho, wir stehn jetzt scho a Zeitl da. Hunga und Durscht wird a hübsch groß,
drum Musikanten laßts oan los, für den Verein und alle Gäst, de kemma san zu unserm Fest (Tusch.
Jetzt Fahnenjunker her zu mir, las no a Wartl redn mit dir,
du sollst die Trachtenfahna tragn, is net gar z´leicht i ko dirs sagn,
sei stolz und trag die Fahn in Ehrn, und dö was zu da Fahna ghörn,
obs guat enk oder schlecht geh´ mag, denkts zrück oft an den heitigen Tag.
Es moants enk neahmt so gut wia i, drum bind i eng dös Bandl hi.

Prolog für die Jungfrauen gesprochen von Elise Gloggner
Boarisch woi ma sei, sans oawei gwest, und boarisch woin ma a bleibn.
Wir hoitn unsa Hoamat fest und loßn uns vo neamt vertreibn,
frei woin ma sei jedoch a treu, wo koa Glaub und Treu, blüaht d´Lumperei.
A Mann a Wort muaß geltn grod, woin ma sei redli und frumm,
des Erbteil woin ma erhaltn und kehrat de ganze Welt si um,
in dene Stund laß mas beim Altn, wir Jungfraun woins so haltn.
Für oiwei mit enk Leonhardstoana dös Erbe der Väter bewacha,
dös Bandl is a Zoacha, daß uns ernst tuat sein, drum tua is eng an d´Fahna hi macha.

Prolog für die Fahnenmutter gesprochen von Rosa Gloggner
Heit endli is er da der Tag, nach dera Woch voi Müah und Plog,
a schöne Fahn ham ma jetzt Leut, als Zeichen unserer Einigkeit.
So woin ma bleibn und a echt Boarisch und guat deutsch stets sei,
de Tracht woin ma dahoitn und mit dem Brauch laß mas beim Altn.
Des Gwand was ma bei uns da tragt is a vui schöna wia in da Stodt.
Leider gibts am Land a Leut es is net zum Lacha, de wo selane Modetänz mitmacha.
Für uns aber war des gar net schö, wann ma bei de Gschichtn tuat mitgeh.
Drum bitt in eng am heitigen Tag, folgts so guat als geht mein Rat,
bleibts treu der Heimat, treu da Tracht werds seng, daß dös die Herzen froh und glückli macht;
tuats a an Herrgott danka wia sis ghört, na seids den Nama Trachtla wert.
Als guata Mutter werd i eng stets beisteh obs guat eng oder schlecht tuat geh,
daß aber net vergeßts den Rot von mi, bind i eng dös Bandl an d´Fahn jetzt hi.
Prolog an den Patenverein gesprochen von Johanna Schäffler
Vui Wort san gredt worn heit, aber trotzdem bitt i enk liabe Leit,
hörts jetzt mir a bisserl zua, es dauert net lang,na habts enka Rua.
'Schauts aufi zum Hirschberg, zum Leonhardstoa, da Oa ziemlich groß, da anda a bißl kloa.
Wia friedliche Nachbarn so kemmans ma für, de hoitn zamma so moanat i schier,
daß a bei uns sa herunt a sollt sei, beim Hirschbergler und Leonhardstoana-Verein.
A Herz und a Sinn für die guate alte Art und zammhaltn und Freundschaft bamfest hart,
daß nix schiachs und nix schlechts zwischen uns eine kimmt,
daß nur Liab und Freindschaft bei uns zwoa Platz find.
Ös habts uns heit gmacht a groaße Freud, dafür dank ma eng 1000 mal für alle Zeit.
Es habts uns an Patn gmacht zum heitinga Fest, is gwiß scho a Zoacha vo Freindschaft gwest und habts wia sis gebührt.
Enka Bandl wird gwiß hoch in Ehren ghaltn bei de Junga und bei de Altn.
Und daß sechts daß wahr is wos i hob gsogt,drum hob i enk a Bandl mitbracht,
des soi enk für oiwei a Zoacha sei, daß treu zu enk hoit da Leonhardstoana Verein.
Jetzt Fahnajunker nimm die Fahn als Zeichen daß uns habts vastandn und Vorständ gebts anander d´Händ,
gelobts Freundschaft für´n Verein, mitnand auf d´Nacht wenn ma ausananda gehn na seis letzte Wort "Auf Wiedersehn".

Prolog für die Ausschußmitglieder gesprochen von Agathe Fichtner
Ös werds mas net in Übi nehma, a bißl bittschö hörts ma zua,
zum Wirt werds do no früa gnua kemma, vo mir aus habts boid enka Rua
. Für d´Vorstandschaft do tat i bittn, hoits zamma Leit gehts guat gehts schlecht,
hoits hoch in Ehren dö oitn Sitten dö oite Tracht und sóite Recht.
Was heit versprocha habts für d´Fahn, da Herrgott der hots ghört do am.
Und jetzt soits lebn oisam mitnand, drum Musikanten blosts schö zamm.
Fürn Ausschuß dat i jetzt no bindn dös Bandl eng an d´Fahna no und wo Trachtla zamma findn,
so soi sei d´Fahna strikt voro.

Johann Fröhlich Schriftführer

Fahnenweihe 1958

So großartig wurde die zweite Fahnenweihe 1958 nicht gefeiert
Bei der Jahreshauptversammlung am 1. März 1958 wurde mit großem Beifall die neu instandgesetzte Vereinsfahne besichtigt. Dabei wurde beschlossen, sie im Juni ohne besondere Feierlichkeiten und ohne Beteiligung anderer Vereine weihen zu lassen. Am Tag der Fahnenweihe sollte dann auch gleich das Gartenfest abgehalten werden.

22.6.58: Fahnenweihe in Kreuth:
Um 1/2 10 Uhr fand die Aufstellung des Vereins vorm Batznhäusl statt. Viele Dirndln und Frauen beteiligten sich in ihrer Festtagstracht am Zug. Um 3/4 10 Uhr startete der Abmarsch zur Kirche. um 10 Uhr begannen die Feierlichkeiten: Festpredigt, Fahnenweihe, Hochamt. Anschließend wurde am Kriegerdenkmal ein Kranz niedergelegt.
Nach dem Heimmarsch zum Batznhäusl gab es für alle Weißwürst' und Bier.
Von dem Plan, am gleichen Tag ein Gartenfest zu halten, mußte man leider infolge der schlechten Witterung Abstand nehmen.

Dazu der Bericht im Seegeist:
Erster Weg an das Grab der Fahnenmutter
Anläßlich des 50. Stiftungsfestes der "Leonhardstoana" wird die erneuerte Fahne geweiht.
Kreuth - Wer am Sonntagmorgen über die Riedlerbrücke in Kreuth zum "Batznhäusl" ging, bekam dort ein buntes Trachtenbild zu sehen: Schalkfrauen, Mädchen im Mieder, Burschn in der "Kurzn", die Mannerleut im schwarzen Trachtengewand. Sie alle trafen sich hier für den Kirchenzug zum Festgottesdienst im Kreuther Gotteshaus.
Ein besonderer Anlaß hatte die "Trachtler" so zahlreich zusammen geführt, galt es doch die erneuerte Fahne des Gebirgstrachten-Erhaltungsvereins "d´Leonhardstoana" zu weihen.
Die Rottacher Musikanten eröffneten den Zug, gefolgt von den ältesten Vereinsmitgliedern mit der verhüllten Fahne. Dann kamen die Frauen in der Tracht und die männlichen Vereinsmitglieder.
Vor dem Gottesdienst hielt der Pfarrherr von Kreuth, Pfarrer Englmann, eine Ansprache, in der er darauf hinwies, daß die Weihe der erneuerten Fahne in ein besonderes Jahr falle: Vor 50 Jahren, am 21. Juni 1908, gründeten Kreuther Burschen die Gesellschaft der "Leonhardstoana", aus der dann im Jahre 1920 der Trachtenverein wurde.
Aus dem Kirchenarchiv hatte Pfarrer Englmann die Niederschrift der Gründungsvereinbahrung herausgesucht und las sie den Trachtlern vor. Pflege und Erhalt der guten Sitte und des angestammten Brauchtums, Treue zum Glauben der Väter sind die wesentlichsten Punkte darin.
Nun wurde die Fahne enthüllt und entrollt, die Weihezeremonie vollzogen. Darauf begann der Gottesdienst, stilvoll umrahmt von dem Gesang der "Kreuther Buam", die unter Leitung von Rudi Rehle die "Deutsche Bauernmesse" zur Ehre Gottes sangen.
Sofort nach dem Gottesdienst wurde die erneuerte Fahne zum Grab der Zahlerbäuerin, Rosa Gloggner, getragen, als Ehrung für die Fahnenmutter der ersten Fahnenweihe im Jahre 1922.
Viele Mitglieder der "Leonhardstoana" mußten ihr Leben in den beiden Weltkriegen lassen und so war es selbstverständlich, daß sich die Überlebenden und die Jugend des Vereins um das Kriegerdenkmal versammelten, um die Toten zu ehren. Tief senkte sich die neugeweihte Fahne, die Weise vom guten Kameraden erklang und Vorstand Sepp Winkler legte mit ehrendem Nachruf einen Latschenkranz nieder. Mit klingendem Spiel rückte der Kirchenzug hierauf ab.
Hatte den ganzen Vormittag das Wetter ausgehalten, so machte es dem geplanten nachmittäglichen Programm einen dicken Strich durch die Rechnung, denn der Regen zwang die Trachtler, das traditionelle Waldfest abzusagen.