Vereinsjahr 1946 - 1949

 

Vereinsjahr 1946

Tätigkeiten im Vereinsjahr 1946

Wiedergründung des Vereins

Aber eines wurde sowohl von der damaligen Vorstandschaft als auch von der Regierung und dem damaligen Bürgermeister Max Mayr übersehen:

Einen Verein kann eine Diktatur zwar willkürlich auflösen, doch aus den Herzen der Mitglieder kann man ihn nicht reißen. So wurde 9 Jahre nach seiner Auflösung der Verein am 23. Februar 1946 wieder ins Leben gerufen.

Der Hauptinitiator war der Winkler Sepp jun. Er kam zum Rettermeier Leo und begeisterte ihn für die Idee einer Neugründung, ebenso seine anderen Freunde, den Spitz (Frank Hans), Gruber Hansl, Petz Sepp, Baudrexl Bertl und Strillinger Anderl jun.; er machte jede Arbeit, auch bei der Mitgliederwerbung war ihm nichts zuviel.

 

Einen Verein gründen ist nicht schwer, aber daß er von einer Besatzungsmacht genehmigt wird, ist eine andere Sache.

Der damalige Winkler Josef sen. war zu dieser Zeit der Bürgermeister von Kreuth und hatte ein sehr gutes Verhältnis zur Amerikanischen Militärregierung in Miesbach; und so arbeiteten Vater und Sohn gut zusammen, erledigten gemeinsam die ganze Schreiberei und Lauferei mit dem Landratsamt und wo sonst noch überall Genehmigungen eingeholt werden mußten. Das erklärt auch die schnelle Genehmigung des Vereins durch die Amerikaner.

Denn keine zwei Monate nach der Wiedergründung wurde der Verein am 10. April 1946 genehmigt. Durch Erlaubnis der Regierung wurde am 4. Mai 1946 eine Gründungs- und Hauptversammlung einberufen.

55 Neumitglieder wurden aufgenommen.

Am selben Abend wurde noch eine Vorstandschaft gewählt.

1. Vorstand Winkler Josef Schneidermeister,
2. Vorstand Rettermeier Leonhard
Schriftführer Baudrexl Bertl und als
Kassier Josef Petz.

Im Protokollbuch heißt es: Der Abend verlief in guter Stimmung aber leider fehlte die gute Maß Bier.

Der Verein stand vor dem Nichts. Die Hütte war zur Nazizeit verscherbelt worden, die Vereinsfahne in desolatem Zustand. Aber man war frei, die Militärregierung hielt sich zurück, man konnte sich wieder zu seiner Heimat und seinem Verein bekennen.

 

Wie stands mit dem Plattln?

Die Alten wollten oder konnten nicht mehr, die Mittleren waren z.T. noch in Gefangenschaft, wie sollten es die Jungen lernen? Da sprang der Nachmann Steffi von den Hirschberglern ein, er war auch Mitglied beim ersten Verein der Leonhardstoana, und lernte ihnen plattln aber auf Hirschberglerart.

Dann kam aber bald der Binder Hiasl aus der Gefangenschaft heim, er war vor dem Krieg schon Vorplattler, übernahm die Burschen und lernte ihnen das Leonhardstoanaplattln "So geht des net, mia san Leonhardstoana, koane Hirschbergler". Dabei half ihm auch Forstmeister von Kaufmann.

Wo sollte man bloß Plattlerproben abhalten? Die ersten Plattlerproben nach dem Krieg fanden im großen Schulzimmer statt.

Dazu schreibt der Langer Hardl: Zwar war immer noch der elektrische Strom rationiert aber mit einem Aggregat von der Wehrmacht hatten wir unser Licht. Georg von Kaufmann, damals Forstmeister in Kreuth, lernte uns wieder die alten Figurentänze und neue Plattler, fast nach militärischer Disziplin (er war ja auch Major bei den Gebirgsjägern). Als der Spitz (der Spitzname vom Frank Hans), das sah wurde er narrisch: schuacha is a Ausdruck da Freid, da mog i hihaun wos mia baßt!

Bis 1952 fanden die Plattlerproben im Schulzimmer der Volksschule Kreuth statt. Dann untersagte die Gemeinde unter Bürgermeister Hans Hagn (Hausmo) die Benützung des Schulzimmers. Nun war guter Rat teuer. Es ergab sich dann die Möglichkeit, die Plattlerproben im Trockenraum im Badhäusl vom Retzl abzuhalten.

1953 wurde ein Hüttenausschuß gegründet um mit der Gemeinde und Weißachaugemeinschaft wegen eines Platzes zu verhandeln. Warum es zu keiner Einigung kam, war nicht mehr zu erfragen. Es wurde dann das Angebot vom alten Winkler angenommen und auf seinem Grund eine Hütte errichtet.

Wie stand es 1946 mit der Tracht?

In den Familien gab es schon noch brauchbare Miedergwander, sowohl Seidene als auch Tanzmieder mit Pollnkittl. Anders sah es bei den Männern aus; Lederhosen ja, weiße Hemden auch, aber die alten Leonhardstoana-Joppen waren abgenützt oder gar nicht mehr brauchbar. Da der neue Vorstand ein Schneider war, wollte er seinen Verein auch sauber beinand haben.

1946 gab es nichts oder nur gegen Tausch, hellgraues Tuch, so wie es für die alten Joppen üblich war, war nicht aufzutreiben. Aber dunkelgrauer Loden war noch zu bekommen, dafür mußte Schafwolle geliefert werden, ebenso für die Hüte; und so entstand die neue Leonhardstoana-Joppe und daraus der Leonhardstoana-Anzug, der aus dem Kreuther-Tal nicht mehr wegzudenken ist.

Bei der 1200 Jahrfeier in Tegernsee, 1946, wurde die neue Vereinsjoppe das erste Mal ausgeführt und rundum bewundert.

Bei dieser Feier führte der alte und neue Gauvorstand sowie ehemaliger K.d.F. (Kraft durch Freude) Ring Untergruppenführer, Seestaller Hans, schon wieder das große Wort. Er zog über d'Leonhardstoana her, dass sie kein Trachtenverein sind, dass ihre Joppe nichts mit der Oberlandler Tracht zu tun hat, ob sie sich nicht schämen so daher zu kommen.

Doch was ist gelebte Tracht? Eine Miesbacher Trachtenjoppe die von den Vereinsmitgliedern nur bei Vereinsangelegenheiten getragen und dann schnell wieder ausgezogen wird oder eine Leonhardstoana-Joppe die für die Vereinsmitglieder nicht nur zu Vereinsveranstaltungen sondern zum täglichen Gebrauch gehört. Auch Nichtmitglieder heiraten gern im Leonhardstoana-Anzug.

So wurde ihnen die Entscheidung leicht gemacht, für d'Leonhardstoana stand fest, wir sind und bleiben ein

"wilder Verein".

 

Aus dem Leonhardstoana Protokollbuch von 1946

 

Die Wiedergründung des Gebirgstrachten Erhaltungsverein d´Leonhardstoana Kreuth:

Der Verein wurde im Jahr 1937 bei der Gleichschaltung durch die Naziregierung aufgelöst.

Nach dem 6 jährigen Krieg, im Jahr 1946 am 23. Februar fanden sich in Kreuth wieder einige Burschen, Männer, Frauen und Mädchen die den Gebirgstrachten-Verein wieder ins Leben zurück ruften. Am Abend des 23. Februar fand dann die Gründung der Vorstandschaft statt, es wurde als erster Vorstand bestimmt: Josef Winkler Schneidermeister in Kreuth, 2. Vorstand Rettermeier Leonhard, Schriftführer Baudrexl Bertl und als Kassier Josef Petz ernannt.

Der Abend verlief in guter Stimmung aber leider fehlte die gute Maß Bier.

Nach vieler schriftlicher Arbeit an die Amerikanische Militär-Regierung Miesbach wurde der Verein am 10. April 1946 wieder genehmigt.

Durch Erlaubnis von der Regierung wurde am 4. Mai eine Gründungs- und Hauptversammlung einberufen.

Die Einleitung der Versammlung folgte durch einen Zitherclub (Zither: Winkler Sepp, Rettermeier Leo, Baudrexl Bertl, Gitarre: Strillinger Anderl) mit Ländlern zum Besten, anschließend gab der 1. Vorstand die neue Satzung bekannt und dann folgten die Neuaufnahmen.

Es wurden an dem Abend 55 Mitglieder aufgenommen, also schon ein ganz schöner Verein stand von den Toten wieder auf.

Einstimmig wurde noch beschlossen, daß Kriegsversehrte, die dem Verein beitreten wollen, allerdings Bodenständige oder Ortsansässige Kreuther, ohne Aufnahmegebühren und ohne Jahresbeitrag in den Verein aufgenommen werden.

Der Abend verlief wieder lustig und humorvoll.

Schriftführer Baudrexl

 

Am 16. Juni 1946 war ein Vereinsabend mit Tanz

Herr Oberlehrer Rehle las aus seiner selbst zusammengesetzten Chronik vor.

Nach seiner mühevollen 10 jährigen Arbeit gelang es Herrn Oberlehrer Rehle seine weit in den hundert Jahren zurückgreifende Chronik fertig zu stellen. Der Vortrag dauerte gute 2 Stunden und war sehr lehrreich, gerade für den Verein zur Erhaltung der Sitten und Bräuche der Alten.

Anschließend folgte der gemütliche Teil mit Schuhplatteln und Tanz und fleißig spielte uns auf der Spitzer Franz.

Schriftführer Baudrexl

 

Am 28.7.1946 hielt der Verein im Kurpark sein althergebrachtes Gartenfest ab,

welches sehr gut besucht war. Zum Tanz spielte die Wiesseer Kapelle.

Der Glückshafen, aus freiwilligen Spenden gerichtet, fand reißenden Absatz. In einer Stunde war derselbe ausverkauft. Es fand noch ein Fischerstechen u. Sack-Hüpfen statt, letzteres fand viel Beifall bei den Zuschauern.

Leider kam gegen 1/2 5 ein starkes Gewitter, so daß das Fest im Freien abgebrochen werden mußte und in die Räume des "Batznhäusl" verlegt wurde.

Fleißig spielte die Kapelle die alten vertrauten Weisen und erst spät fand das schöne Fest ein harmonisches Ende.

Für den Schriftführer Leonhard Rettermeier 2. Vorstand

 

Am 22.9.1946 riefen die Tegernseer alle Trachtenvereine und Einheimischen zu ihrer 1200 Jahrfeier.

Mit 2 liebevoll hergerichteten Dax-Wagen beteiligte sich der Verein an der kirchlichen Feier mit Prozession. Feierlich die Frauen im Schalk, schmuck und sauber die Dirndl und nicht zurück standen die Männer und Burschen in ihren neuen Joppen, den Stopselhüten mit den Spielhahnfedern. Herrlichers Wetter krönte die unvergeßliche Feier, der Tausende von Zuschauern beiwohnten.

 

1200 Jahrfeier in Tegernsee


8 Tage später beteiligte sich der Verein nochmals mit 2 Wagen an der weltlichen Feier der Tegernseer.

In herrlichster Farbenpracht des Herbstes standen die Bergwälder, der See glänzte und leuchtete wie flüssiges Silber in der seltenen warmen Herbstsonne, denn darüber stand ein echt bayrisch-blauer Himmel.

Der Bandltanz, oft geprobt und von vielen Mitgliedern mit Ängsten beobachtet, klappte vorzüglich und fand den meisten Beifall der zahlreichen Zuschauer.

Lustig flatterten auf der Heimfahrt die weiß-blauen Bandl und am Abend fand sich nochmals Alt und Jung zum gemütlichen Beisammensein mit Tanz im Vereinslokal.

Allen Beteiligten werden diese beiden Festtage unvergeßlich bleiben.

Für den Schriftführer Leonhard Rettermeier 2. Vorstand

 

Die Aktiven bei der 1200 Jahrfeier in Tegernsee


Ein Kirchweihtanz am 21.10.1946 mit der Kapelle "Guggn Sepp"

brachte allen Tanzlustigen viel Freude. Sepp spielte, daß es eine Freude war und die Klarinetten pfiffen und jubelten, daß es einem die Füße von selber mitriß.

Gut war die Stimmung, es fehlte halt nur unser Gutes 12%.

Für den Schriftführer Leonhard Rettermeier 2. Vorstand

 

Am 6.11.1946 beteiligte sich der Verein an der althergebrachten Leonhardifahrt.

Freundlicherweise hatten die Amerikaner den Saal vom Lehmann für die Einheimischen zur Verfügung gestellt.

Nicht zu vergessen, es gab sogar Vollbier und dasselbe hob gewaltig die Stimmung. Zünftig wars, nur zu kurz und das gute Bier zu wenig.

Für den Schriftführer Leonhard Rettermeier 2. Vorstand

 

Zu einer lang entbehrten lustigen Christbaumfeier lud der Verein am 29.12.1946 alle Kreuther und viel anderes Volk.

Bei amerikanischer Versteigerung hatte der Verein eine gute Einnahme.

Anschließend spielte Spitzer Franzl zum Tanz und es war noch recht gemütlich.

Für den Schriftführer Leonhard Rettermeier 2. Vorstand

Vereinsjahr 1947

Tätigkeiten im Vereinsjahr 1947

Gemäß den Statuten des Vereins wurde am 26. Januar 47 die ordentliche Hauptversammlung für das Vereinsjahr 1947 einberufen.

Im Zuge dieser Versammlung fand die Neuwahl der Vereinsvorstandschaft in geheimer Form durch Stimmzettel statt. Stimmberechtigt waren alle anwesenden 40 weiblichen und männlichen Vereinsmitglieder. Zum Wahlausschuß wurden die beiden Mitglieder Frank Hans und Heigenlechner Rudolf bestimmt.

Ergebnisse der Wahl:
Als 1. Vorstand wurde Winkler Josef jun. mit 38 Stimmen wiedergewählt, ebenso als
2. Vorstand Rettermier Leonhard mit 33 Stimmen und als
Kassier Petz Josef mit 36 Stimmen.
Als Schriftführer wurde Sanktjohanser Lorenz mit 30 Stimmen neugewählt, nachdem der bisherige Schriftführer Baudrexl Adalbert um Entlastung gebeten hatte.

Lenz Sanktjohanser, Schriftführer

 


Am 2. Februar 1947 lud der Verein die Bevölkerung zum althergebrachten Rodelrennen ein.

Als Rennstrecke wurde der Ziehweg vom Pletscherer-Graben gewählt.

18 Frauen und Mädchen und 27 Männer und Burschen waren um 14 Uhr am Start. Die Bahn war in guter Verfassung und so wurden gute Zeiten erzielt. Bestzeit bei den Damen erreichte Sollacher Lisl und bei den Herrn Hagn Josef, der mit 6 Min. 30 Sek. Bestzeit fuhr.

Die Organisation klappte reibungslos, Unfälle oder Schlittenbrüche kamen nicht vor. Die Preisverteilung sollte 14 Tage später während des Vereinsballes stattfinden.

Lenz Sanktjohanser Schriftführer

 

Am 17. Februar veranstaltete der Verein den alljährlichen Vereinsball.

Die amerikanische Belegschaft des Hotel Lehmann gab dazu den großen Saal des Hotels zur Benutzung frei. Die Veranstaltung war recht gut besucht, sogar einige Wiesseer Burschen zeigten ihr Können im Schuhplattln.

Den Höhepunkt des Balles bildete die Preisverteilung zum Rodelrennen. Da alle Preise in gleichen Schachteln verpackt waren, kam es zu großen Überraschungen.

Die Musik und die Besucher hielten recht lang aus und die Stimmung war gut, obwohl das Gerücht von dem amerikanischen Vollbier nicht wahr werden wollte.

Lenz Sanktjohanser Schriftführer

 

Am 17. August fand im Kurpark ein Tanzfest des Vereins statt,

zu dem die ganze Bevölkerung und drei Vereine geladen waren.

Ein Gartenfest im alten Stile konnte nicht abgehalten werden, da die Preise für den Glückshafen, das Fischstechen und das Sackhüpfen nicht aufzutreiben waren.

Zwei neue Tanzflächen boten genügend Raum für die Tanzlustigen und der Guggn Sepp munterte mit flotten Weisen auch noch die älteren Besucher zu einem Tanz auf.

Von den geladenen Vereinen waren nur einzelne Mitglieder erschienen und so verlief der Nachmittag etwas lau. Erst am Abend kam größerer Schwung in die Veranstaltung, die um 22.30 Uhr endete.

Lenz Sanktjohanser Schriftführer

 

Am 6. November 1947 nahm der Verein mit zwei sauber geschmückten Wägen an der Leonhardifahrt teil.

Das Wetter war naß, nur für die Umfahrt schloß Petrus seine Schleußen.

Die Amerikaner hatten dieses Jahr leider nicht den großen Saal des Hotel Lehmann zur Verfügung gestellt, so daß es für die vielen Teilnehmer an Platz mangelte und viele auch gleich nach der Umfahrt wieder an die Heimfahrt denken mußten, auch fehlte dieses Mal das amerikanische Vollbier, das im vergangenen Jahr die Stimmung so sehr gehoben hatte.

Trotzdem wurde es am Nachmittag und nochmals am Abend lustig im Batznhäusl.

Lenz Sanktjohanser Schriftführer

 

Zum ersten Mal seit Bestehen des Vereins lud dieser seine Mitglieder zu einem Preisplatteln ein.

Das Zustandekommen dieser Veranstaltung ist vor allem unserem Forstmeister v. Kaufmann zu verdanken. Viele schöne Preise belohnten alle Teilnehmer für ihre Leistungen. Als Schiedsrichter wurden die beiden alten Plattler Jennerwein Matthias und Kramer Hugo gewählt.
Forstmeister von Kaufmann spielte für alle Teilnehmer einen vorher bestimmten Plattler. Die Besten wurden:
bei den Mädchen: Schober Lisi
bei den älteren Teilnehmern der Männer: Sanktjohanser Sepp (allerdings mußte dieser mit Frank Hans rittern)
und bei den Jungen unser Vorplattler Rudi Rehle
Alle Teilnehmer waren begeistert und wünschten eine Wiederholung im nächsten Jahr.

Lenz Sanktjohanser Schriftführer

 

Am 25. Oktober feierte unser lieber Kiem Pauli sinen 65. Geburtstag

zu dessen Ehrung ihm unsere Mädchen und Burschen als Morgenständchen den schönsten Tanz des Vereins, den Bandltanz aufführten.

Pauli freute sich herrlich über diese Aufmerksamkeit dazu Anreger Forstmeister v. Kaufmann

Leonh. Rettermeier II. Vorstand u. stellv. Schriftführer



Versammlung am 13. Dez. 47

Tagesordnung. Christbaumfeier, Rodelrennen, Leonhardstoana Ball.

Die angeregte Christbaumfeier wurde auf allgemeinen Wunsch der Vereinsmitglieder abgeschlagen, wegen Mangel an Gegenständen zum Behangen des Baumes.

Das Rodelrennen wurde auf den 11. Januar festgesetzt mit anschließendem Ball, wenn möglich im Gasthof zur Post

 

Tanzkranzl am 18. Januar

Da das Rodelrennen am 11. wegen Schneemangel (es war alles aper bis weit hinauf) ausgefallen war, außerdem ein großer Ball wegen Raummangel nicht abgehalten werden konnte, hielt der Verein ein Tanzkranzl im Batznhäusl ab, das gut besucht war.

Guggn Sepp spielte dazu und es war recht gemütlich

Für den Schriftführer Leonhard Rettermeier 2. Vorstand

Vereinsjahr 1948

Tätigkeiten im Vereinsjahr 1948

Hauptversammlung am 25.1.48

Tagesordnung:

Jahresbericht des Schriftführers und Kassiers
Neuwahl
Wünsche und Anträge

Nach Ablegen des Rechenschaftberichtes des Kassier und Schriftführers ging man zur Neuwahl über, wobei unser Winkler Sepp als der geeignetste Mann als 1. Vorstand wiedergewählt wurde, ebenso Rettermeier Leo als 2. Vorstand und Petz Josef als Kassier. Als Schriftführer wurde Hagn Josef gewählt.

Unter Wünsche und Anträge kam das Hüttenproblem zur Sprache, was aber vorerst wegen der Grundfrage noch zurückgestellt werden mußte.

Sepp Hagn, Schriftführer

 

Arbeitstour am Weidberg am 22.2.48

Der Verein, mußte als Gegenleistung für erhaltenes Bauholz, Grubenholz arbeiten.

13 Mann und eine gute Brotzeit vom Winkler Sepp schafften alles an einem Tag. Eine Woche später mußten 6 Mann den Weg frei schaufeln, damit das Holz abgeführt werden konnte.

Sepp Hagn, Schriftführer

 

Am 9. Mai 48 nahm der Verein mit 22 Mitgliedern an der Trachtenwallfahrt nach Birkenstein teil.

Bis Hammer fuhren wir mit dem Omnibus. Von dort aus ging es mit dem Bittgang bis zur Gnadenkapelle. Das nette Kirchlein rief allgemeines Gefallen hervor, besonders bei denen, die den Ort noch nie besucht hatten.

Am Nachmittag machten wir noch einen Abstecher nach Bayrischzell, der bei einer halben Bier und gemütlicheen Beisammensein endete.

Sepp Hagn, Schriftführer

 

Am 7.8.48 wurde eine Versammlung einberufen,

ob über das Sein oder Nichtsein des Gartenfestes zu entscheiden.

Man kam zu dem Ergebnis, daß es sich nicht rentiere. Wir wurden dadurch um unser altherkömmliches Fest und um die Einnahmen gebracht.

Sepp Hagn, Schriftführer

 

Am 2. Weihnachtsfeiertag führte der Verein eine Christbaumversteigerung durch.

Ein durch zahlreiche nette Sachen geschmückter Baum zierte den Raum und lockte viele Mitglieder und Nichtmitglieder zum Steigern an.

Versteigerer waren Herr Petz und Herr Strillinger sen. die durch witzige Dreingaben der Versteigerung einen heiteren Verlauf gaben und dem Verein ein nettes Sümmchen einbrachten.

Hernach spielte der Spitzer Franzl noch zum Tanz auf und Jeder konnte, was sie in der Adventzeit versäumt hatten, wieder nachholen.

Sepp Hagn, Schriftführer

 

Nachtrag: Nach altem Brauch wurde auch heuer wieder am 6. November die Leonhardifahrt durchgeführt.

Schon seit 14 Tagen wurden Daxen und Almrausch hergerichtet und gebunden.

Beinahe sah es aus, als wollte "Petrus" dreinpfuschen. Aber es sollte anders kommen. Schon früh morgens wurde Ausschau nach dem Wetter gehalten. Die Berge hatten ein weißes Festtagskleid angelegt und strahlend blauer Himmer versprach Aussicht auf einen herrlichen Tag. Genauso strahlend wie der Himmel waren auch die Festteilnehmer wozu auch der Alkohol ein wesentliches beitrug, den es ja heuer zum erstenmal wieder in unbegrenzter Menge gab.

Nach dreimaliger Umfahrt ging es in die Wirtschaften wo bei einer "Pfunds-Blechmusi" und einer guten Brotzeit zum weltlichen Teil übergegangen wurde. Man kann nur sagen: Schön wars und lang hat's gedauert.

Sepp Hagn, Schriftführer

Vereinsjahr 1949

Tätigkeit des Vereins im Jahr 1949

Am 23.1.49 wurde die ordentliche Hauptversammlung eingerufen.
Tagesordnung:

Jahresberichte des Kassiers und Schriftführers
Neuwahl, Wünsche und Anträge.

Nach Ablegen der Rechenschaftberichte ging es zur Neuwahl der Vorstandschaft über.
Winkler und Petz Josef hatten sich fest entschlossen ihre Posten niederzulegen. Nach 1 1/2 stündiger Debatte ließen sie sich dazu überreden ihre Ämter zum Wohle des Vereins weiter zuführen. Hoffentlich noch recht viele Jahre. Auch der 2. Vorstand und der Schriftführer behielten ihre Ämter auf ein weitere Jahr. Als 1. Vorplattler wurde Rehle Rudi, als 2. Götschl Helmut und Edbauer Toni als Fahnenjunker gewählt.
Das Hüttenproblem mußte wegen der Grundfrage zurückgestellt werden.

Sepp Hagn, Schriftführer

Maifeier 1949:
Zum erstenmal seit langen Jahren brachte es Kreuth wieder zu einem Maibaum. Unter vielen Mühen und Plagen wurde er herangeschafft. Kein Wunder, er soll ja angeblich von der Schwarzen Tenn stammen. (Er war aber nicht aus der Schwarzen Tenn sondern der schönste Baum vom Böckl; der war stinksauer. So mußte der Winkler Sepp, als 1. Vorstand, zu seinem Namenskollegen gehen und um gut Wetter bitten. Der Böckl Sepp war eine so gute Haut, daß er sich mit einer Beitragsbefreiung auf Lebenszeit einverstanden erklärte. Mitte der 60er Jahre meinte er: "I zahl wieder mein Beitrag".)
Am 1. Mai war dann im Batznhäusl Maitanz der sehr gut besucht war. Auswärtige waren sogar mit Baumsäge und Hackl gekommen, aber ohne Erfolg. Erst zu vorgerichteter Stunde wurde an das Heimgehen gedacht. Viele kamen erst am 2. Mai nach Hause. Hauptsache: "Jedem hats gefallen."

Sepp Hagn, Schriftführer

60. Gründungsfest der Wallberger am 24.7.49
Auch die Leonhardstoana sind der Einladung der Wallberger gefolgt und zu Ihrem Gründungsfest erschienen.
Bei herrlichem Wetter wurde der Trachlterumzug abgehalten. Er begann und endete beim Gasthof Seerose, wo auch die Bühne aufgeschlagen war.
Die Leonhardstoana führten den Bandltanz vor, der allerseits Gefallen hervor rief. Besonders gut ist der Verein durch seine schöne und einheitliche Tracht aufgefallen.

Sepp Hagn, Schriftführer

Waldfest am 7. August 1949
Nach einjähriger Pause wurde heuer wieder ein Gartenfest durchgeführt.
Die Tanzbühne stand im Kurpark, dem schönsten Platz den es für ein solches Fest gibt. Ein mit sehr schönen Preisen ausgestatteter Glückshafen war auch da, der ja immer seine besondere Anziehungskraft hat und auch bald restlos ausverkauft war.
Bandltanz, Kronentanz und Plattler wechselten einander ab. Zünftig war auch das Schubkarrenrennen und Wettlaufen der Buben. Bis spät in die Nacht hinein spielte die Musi und das Fest endete mit einem vollen Erfolg.

Sepp Hagn, Schriftführer

 

?, Fleck Eugenie, Einberger Gabi, Willibald Christl

Ausflug nach Inzell und Berchtesgaden am Kirchweihsonntag:

Sieben junge Kreuther Madl und Burschen hatten sich entschlossen, am Kirchweihsonntag Herrn von Kaufmann zu besuchen. Die Wiedersehensfreude war auf beiden Seiten groß.

Hat doch Herr von Kaufmann viele, für uns neue, Trachtentänze und Plattler nach Kreuth mitgebracht und den jungen Leonhardstoanern angelernt. Er hat sich damit ein bleibendes Verdienst im Verein erworben.

Nach gutem Frühstück wurde wieder aufgebrochen und weiter gings über Ramsau, Berchtesgaden nach St. Bartholomä. Die Rückfahrt ging über Reichenhall zurück nach Inzell, wo wir von Frau und Herrn Forstmeister bereits erwartet wurden. Nach dem Abendessen wurde aufgespielt und geplattelt, daß es eine wahre Freude war. Zwischendurch gings auch einmal auf die Kirtahutschn, die eigens für den Besuch aufgebaut worden war.

Allzuschnell verstrich die Zeit und es mußte an die Heimfahrt gedacht werden. Ein kurzer Abstecher noch auf den Siegsdorfer Trachtenball, wo die Leonhardstoana einen Ehrentanz bekamen und dann gings nach Haus.
Allen wird dieser schöne Ausflug noch lang in Erinnerung bleiben.

Sepp Hagn, Schriftführer

 

Leonhardifahrt am 6. November 1949

Wie alljährlich, so nahmen auch heuer zwei sauber gebundene Wägen an der Umfahrt teil.

Der Wettergott hatte einsehen und ließ es erst regnen, nachdem in den Wirtschaften bei Brotzeit und Bier alles gut untergebracht war.

Allzuschnell verstrichen die schönen Stunden und so manche und mancher hatten den Wunsch, wenn es nur öfter im Jahr einen Leonharditag gäbe.

Sepp Hagn, Schriftführer